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Kompass-Schneeweiß

Satyr-Kompass für die Geschichte Schneeweiß

Schneeweiß, 02/2400 ist die 22. Geschichte aus der Reihe DA GEDACHTE EIN ZWEITER DES SATYRS. Sie wurde im Oktober 2013 veröffentlicht.

Für Hunter und seine Umgebung wird die Auseinandersetzung mit seinem neuen Körper zu einer Herausforderung.

Handlung

Nach den Ereignissen rund um die Jahreswende befindet sich Captain Hunter im Februar 2400 in einer Einrichtung auf dem Planeten Tristan III, in der mental angeschlagene Bürger der Föderation behandelt werden. Dort hat er die Bekanntschaft einer jungen Frau namens Nea gemacht. Obwohl sie häufig Zeit miteinander verbringen, kennt Hunter den Grund, der sie die Einrichtung geführt hat, nicht.

Einer der Mediziner, die sich um Hunter kümmern, ist Doktor Taten. Er stellte sich Hunter vor, indem er sagte, er sei neu im Team und solle alle Patienten kennenlernen. Taten eröffnet Hunter, die SATYR befände sich bereits im Orbit des Planeten und Hunter können ab jetzt frei entscheiden, wie lange er noch in der Einrichtung bleiben möchte. Hunter sieht keine Veranlassung, den Worten des Arztes zu glauben. Sein Misstrauen wird sich aus seiner Sicht als gerechtfertigt erweisen: Wie Taten später selber zugibt, war die Aussage, er sei neu in der Einrichtung, nur ein Vorwand.

Am folgenden Tag nimmt Hunter an einer Winterwanderung teil. Nea, die er dazu überreden wollte, mitzukommen, bleibt in der Einrichtung. Später gibt Nea Hunter aber zu erkennen, dass sie nun zu einem Ausflug bereit wäre, wenn er sich ihr anschlösse.

Auf dieser Wanderung verlaufen sich beide in der menschenleeren Wildnis zunächst, ohne von diesem Umstand wirklich Notiz zu nehmen. Schließlich verlieren sich Hunter und die unbedarfte Nea aus den Augen. Hunters Suche nach der von ihm abhängigen Person gerät zu einer ersten, wenn auch oberflächlichen Auseinandersetzung mit seinem altem Ich.

Interpretation

"Schneeweiß" greift die Ereignisse aus Inkarnat, 01/2400 auf. Mit dem Namen "Schneeweiß" spielt der Titel nicht nur auf die Umgebung des winterlichen Planeten an. Weiß als Farbe der Unschuld verweist zudem auf Nea, die (ganz gemäß ihres Namens) für Hunter sozusagen zu einem Objekt wird, um ein neues Leben führen zu können, indem er sich von begangener Schuld entledigt. Ein nicht vollkommen reiner Weißton wird für Nea zu einem Symbol eines sexuellen Übergriffs, wenn sie diese Farbe mit Hunter assoziiert.

Der Planetenname ist eine Anspielung auf die Novelle "Tristan" von Thomas Mann. Der Name des Arztes steht für die Tat, für die Aktion.

Vertrauen, aber auch Empathie spielen in dieser Episode eine wichtige Rolle. Ohne echten Grund dafür zu besitzen, misstraut Hunter Taten. Tatsächlich war der Mediziner nicht aufrichtig, dies geschah aber nur, weil er seinen Patienten nicht richtig einschätzte, und ohne böse Absicht. Beide Figuren leiden also an einem Mangel an Empathie. Das Vertrauen, das Nea in Hunter (und wohl auch Taten) setzt, ist nicht vorbehaltlos: Indem sie Hunters Urteil, wonach es gut wäre, wenn sie auf die erste Wanderung ginge, nicht folgt, beweist sie das intuitive Gespür, dass er ihr nicht guttut. Erst als sie sich ihren Gedanken überlässt, kommt sie schließlich zum Trugschluss, dass er womöglich Recht gehabt haben könnte, vor allem aber, dass er die für sie richtige Begleitperson wäre. Die Ausschließlichkeit ihres Ausflug entspricht der eines Paares in einer Beziehung. Die eigentliche Wanderung ist aber von der Gegensätzlichkeit ihrer beider Wahrnehmungen und Verhaltensweisen geprägt, die schließlich in der Trennung kulminiert.

Abschließend erreicht Hunter einen für ihn neuen Grad an Reflektion. Die vagen Zusammenhänge, die er erkennt, führen dazu, dass er bereit ist, sich anderen mit Vertrauen zu nähern. Wahre Überzeugung aber steht nicht dahinter; es ist für ihn nur eine Option, die er in erster Linie lediglich deswegen anwendet, um sie in der Notlage nicht ungenutzt zu lassen. Am Ende bleibt die eigentlich empathische Frage - warum Nea in der Einrichtung ist - im Rahmen der Geschichte unausgesprochen; Hunter richtet an Nea nur die Floskel - indem er sie fragt, wie es ihr geht -, die als so oberflächlich angesehen wird, dass man sie in der Einrichtung allgemein vermeidet.


Folgen-Download

Schneeweiß, 02/2400 als PDF-Datei



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